01.09.2009
Merkel bekennt sich zu «immerwährender Verantwortung» Deutschlands
Danzig (AP) Mit einem Bekenntnis zur «immerwährenden geschichtlichen Verantwortung Deutschlands» hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am 70. Jahrestag des Kriegsbeginns der Millionen Toten gedacht. Bei einer Zeremonie auf der Danziger Westerplatte sagte Merkel am Dienstag: «Ich verneige mich vor den Opfern.» Mehrere Staats- und Regierungschefs der damaligen Kriegsgegner, unter ihnen der russische Ministerpräsident Wladimir , ehrten die Toten mit einer Kranzniederlegung.Bild vergrößernDer Beschuss der Westerplatte durch das deutsche Schulschiff «Schleswig-Holstein» im Morgengrauen des 1. September 1939 gilt als Beginn des Zweiten Weltkriegs, in dem mehr als 50 Millionen Menschen ums Leben kamen. Bei einer Zeremonie zum Zeitpunkt des Angriffs am frühen Morgen kritisierte der polnische Präsident Lech Kaczynski auch die damalige Rolle der Sowjetunion. Am 23. August 1939 war der sogenannte Hitler-Stalin-Pakt unterzeichnet worden, damit ließ die Sowjetunion Nazi-Deutschland freie Hand in . Am 17. September marschierte die Rote Armee im Osten des Landes ein.Deutschland wolle Geschichte nicht umschreibenMerkel sagte in einer kurzen Ansprache, es gebe keine Worte, die das Leid dieses Krieges und des Holocaust auch nur annähernd beschreiben könnten. «Ich gedenke der 60 Millionen Menschen, die durch diesen von Deutschland entfesselten Krieg ihr Leben verloren haben.»Mit Blick auf das zwischen Deutschland und Polen immer wieder umstrittenen Thema der Vertriebenen versicherte Merkel, Deutschland wolle seine Verantwortung nicht relativieren. Wenn an das Schicksal der Deutschen gedacht werde, die in Folge des Krieges ihre Heimat verloren hätten, geschehe dies in dem «B
ewusstsein der Verantwortung Deutschlands, die am Anfang von allem stand. Dann tun wir das, ohne irgendetwas an der immerwährenden geschichtlichen Verantwortung Deutschlands umschreiben zu wollen. Das wird niemals geschehen», sagte die Bundeskanzlerin.Sie erinnerte an das Leid der Polen im Zweiten Weltkrieg, die am längsten unter deutscher Besatzung gelitten hätten. Im Zweiten Weltkrieg kamen etwa sechs Millionen Polen ums Leben, die Hälfte von ihnen waren Juden. Es sei der Auftrag der Deutschen, «die Zukunft im Bewusstsein unserer immerwährenden Verantwortung gestalten», sagte Merkel. In diesem Geiste habe sich Europa «aus einem Kontinent des Schreckens und der Gewalt in einen Kontinent der Freiheit und des Friedens verwandelt. Dass das möglich geworden ist, das ist nicht mehr und nicht weniger als ein Wunder.»Putin betont sowjetische Rolle im Kampf gegen DeutschlandDer russische Ministerpräsident Putin unterstrich die Bedeutung der Sowjetunion im Kampf gegen Nazi-Deutschland. Russen und Polen hätten gegen den gemeinsamen Feind gekämpft, sagte Putin bei einem Treffen mit seinem polnischen Kollegen Donald Tusk vor der Gedenkfeier. Mit Blick auf die Kritik an der sowjetische Rolle beim Kriegsbeginn wies er darauf hin, dass auch andere Staaten mit Nazi-Deutschland verhandelt hätten. Man müsse genau untersuchen, was zum Kriegsbeginn geführt habe, damit sich eine solche Tragödie nicht mehr wiederhole.Kaczynski bezeichnete die Westerplatte als «ein Symbol des heroischen Kampfes der Schwachen gegen die Stärkeren.» Tusk mahnte, die Lehren des Krieges dürften nicht vergessen werden.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved


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